22.07.2018 Welt am Sonntag. Zum Wachstum verdammt – Netflix. Marcus S. Kleiner im Gespräch mit Benedikt Fuest

Quelle: Welt am Sonntag

Auszüge aus dem Gespräch:

“Um die Schulden je wieder zurückzahlen zu können, müsste Hastings die Einnahmen deutlich schneller steigern als die Ausgaben für neue Inhalte. Die hohen Investitionen sind trotzdem nötig, damit Netflix sich gegen große Konkurrenten wie Amazon, Apple oder Disney durchsetzen kann, die ebenfalls aufwendige Serien produzieren. Kann das gelingen?

Ja, sagt Medienwissenschaftler Mar- cus Kleiner von der SRH Hochschule der populären Künste Berlin: ,Netflix ist mittlerweile digitale Volkskultur.’ Der Konzern habe es als einziger Anbieter geschafft, eine eigene Streaming-Marke zu etablieren. ,Netflix hat besser als alle anderen Gespür für die Vorlieben der Zielgruppe. Nie zuvor konnten die Anbieter zudem so genau analysieren, welche Stoffe funktionieren und welche nicht, wann die Kunden abschalten oder wann sie eine Serien-Folge nach der anderen verschlingen.’ Die Daten kann Netflix in die Drehbücher der Eigenproduktionen einbringen, um einen Hit nach dem anderen zu produzieren und Zuschauer an sich zu binden. Über 2000 Faktoren wertet Netflix aus, um jedem Nutzer eine auf seine Vorlieben personalisierte Programmauswahl anzubieten. Das kann süchtig machen.”

Quelle: Welt am Sonntag

Weiteres Interview mit Marcus S. Kleiner zum Thema – 29.08.2017 Deutschlandfunk – Corso:

29.08.2017 Deutschlandfunk – Corso. 20 Jahre Netflix – Ein Streaming-Dienst verändert die Welt. Marcus S. Kleiner im Corso-Gespräch mit Fabian Elsäßer