27.07.2016 Marcus S. Kleiner über Analog-Hipster und zur Frage: Warum wir Tapes lieben? Ein Interview mit Henrike Möller
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27.07.2016 Marcus S. Kleiner über Analog-Hipster und zur Frage: Warum wir Tapes lieben? Ein Interview mit Henrike Möller

27.07.2016 Marcus S. Kleiner über Analog-Hipster und zur Frage: Warum wir Tapes lieben? Ein Interview mit Henrike Möller

in: tip

Zitat:
„Natürlich kaufen auch Leute Tapes, die diese Zeit überhaupt nicht miterlebt haben. Die Retro-Begeisterung dieser „Analog-Hipster“ sei weniger Rückerinnerung als Heraufbeschwörung eines utopischen Ortes, glaubt Marcus S. Kleiner, Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Hochschule der populären Künste in Berlin (hdpk). Analoge Dinge wie Kassetten, Vinyl und Polaroid-Kamera stehen in den Augen der Liebhaber für eine Zeit, die schöner, wertiger, besser war als das Jetzt. „Je weniger Zukunft, umso mehr Nostalgie“, bringt Kleiner die Formel auf den Punkt. Die Kassette kann aber auch als Statement gegen die Flüchtigkeit unserer Zeit gesehen werden. „Sie fordert vom Hörer eine viel intensivere Beschäftigung“, sagt Kleiner. „Man muss sich darauf einlassen. Man muss sie linear hören, von Anfang bis Ende.“ Ein Rezeptionsverhalten, das wir Shufle-Player gar nicht mehr gewöhnt seien. An die Macher-Seite stellen Tapes ebenfalls hohe An-forderungen. Track-Auswahl, Track-Reihenfolge, persönliche Ansagen – alles muss wohlüberlegt sein. Im Gegensatz zu digitalen Datenträgern sind analoge schließlich nicht unendlich modifizierbar. Die Digitalisierung habe zudem ein neues Bedürfnis nach Haptik geweckt, erklärt Kleiner. Bei Kassetten ist Musik mehr als nur ein schneller Mausklick auf einen bestimmten Song in der Playlist; Musik wird multisensorisch, birgt etwas zum Anfassen und zum Bestaunen.“