PODIUMSDISKUSSION ZUM THEMA “EXTREMISMUS-POP. DEMOKRATIEFEINDLICHE SUBKULTUREN IN DER POPMUSIK”
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PODIUMSDISKUSSION ZUM THEMA “EXTREMISMUS-POP. DEMOKRATIEFEINDLICHE SUBKULTUREN IN DER POPMUSIK”

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Kongress Zukunft Pop 2013
Popakademie Baden-Württemberg, Mannheim
Panel: „Extremismus-Pop. Demokratiefeindliche Subkulturen in der Popmusik“ (23. November 2013)
Konzept, Leitung, Moderation: Dr. Marcus S. Kleiner

„Extremismus ist immer und überall“. Mit diesem Slogan lassen sich zahlreiche jüngere politische Debatten zusammenfassen. Extremismus erscheint hier als negative Leitkultur, die im Wesentlichen vier Facetten besitzt. An den Rändern der herrschenden, normativen politischen Ordnung identifiziert man Linksextremismus, Rechtsextremismus und islamischen Extremismus (Subkultur).

Extrem sind diese politischen Einstellungen im Verhältnis zur vermeintlichen Mitte der Mehrheitsgesellschaft. Aber auch diese Mitte der Gesellschaft steht unter Verdacht. In Zeiten, die eine politische, ästhetische und lebensweltliche Affinität zum Neokonservatismus und Neoromantik besitzen, scheint auch die bereits in den 1950er Jahren geprägte Rede vom „Extremismus der Mitte“ (Seymoure Martin Lipset) als Gegenwartsbeschreibung möglich zu sein, um anzuzeigen, dass Extremismus ein gesellschaftliches Phänomen der Mitte ist, das die Gesellschaft mit ihren Abgründen konfrontiert und daher an die Ränder der Gesellschaft verbannt und als a-sozial stigmatisiert wird (Mainstream).
Diese vier Formen des Extremismus verbindet, das ihre wesentlichen Artikulations-, Darstellungs- und Kommunikationsformen durch Rituale, Drastik und Spektakel bestimmt werden. Trotz dieser Gemeinsamkeit existiert keine einheitliche extremistische Ideologie. Ein Mainstream der Minderheiten kann nicht konstatiert werden.
In der Politik und im Leben werden Extremisten einerseits als destruktiv (Subkultur), andererseits als konservativ (Mainstream) aufgefasst. Mit dem Extremismus-Begriff werden das Politische und Lebensweltliche in Richtig und Falsch unterteilt sowie der Umgang mit extremistischen Positionen festgelegt.
Ästhetischer Extremismus in der Bildenden Kunst, im Film oder in der Musik wird hingegen zumeist grundsätzlich anders beurteilt: als produktiv, kreativ, innovativ, authentisch, kritisch, widerständig, emanzipatorisch, autonom oder authentisch. Letztlich als gelebte Aufklärung und autonome Selbstkonstitution, als programmatisches Konzept für kulturellen Wandel ein Einspruch gegen die Ordnungs- und Ausschlusssysteme der Dominanzkultur.
Auch in der Popmusik lassen sich die vier Felder des Extremismus wieder finden: Linksextremismus etwa im Punk; Rechtsextremismus u.a. im Rechtsrock; islamischer Extremismus z.B. Jihad Rap; und der Extremismus der Mitte im Schlager und in der Volksmusik.
Über diese extremistische Tendenzen in der Popmusik, mit Blick auf Politik, Kultur, Leben und Kunst, diskutiert Dr. Marcus S. Kleiner (Popakademie Baden-Württemberg, Mannheim/Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Stuttgart) mit den Yvonne Kunz, Klaus Farin, Fabian Burstein, Dr. Julio Mendivil, Jan “Monchi” Gorkow, Udo Dahmen und Dr. Ivo Ritzer.