PROF. DR. MARCUS S. KLEINER | 02.09.2016 Marcus S. Kleiner über den Anti-AfD-Song „Wähl die AfD“ von Jennifer Rostock. Ein dpa-Interview mit Teresa Dapp
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02.09.2016 Marcus S. Kleiner über den Anti-AfD-Song „Wähl die AfD“ von Jennifer Rostock. Ein dpa-Interview mit Teresa Dapp

02.09.2016 Marcus S. Kleiner über den Anti-AfD-Song „Wähl die AfD“ von Jennifer Rostock. Ein dpa-Interview mit Teresa Dapp

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Zitat:
„Jennifer Rostock hätten sich die Mühe gemacht, das Parteiprogramm zu lesen, und die wichtigsten Aspekte über einen Popsong einfach zugänglich gemacht, sagt Marcus Kleiner, Experte für Populäre Medienkulturen.
Damit hätten Wähler tatsächlich die Chance, sich ein Bild zu machen. „Das ist selten – meistens werden die einen bestätigt und die anderen interessiert es nicht.“ Ob der Text das Wahlprogramm korrekt wiedergibt, ist allerdings umstritten. Die Junge Alternative, die AfD-Jugendorganisation, ist jedenfalls anderer Meinung.
Politik und Pop passen gut zusammen – und das schon lange. Da sind die Lieder der Friedensbewegung und politische Musiker wie Konstantin Wecker oder Ton Steine Scherben. Es sei kein Zufall, dass den meisten Leuten zuerst linke Künstler einfielen. „Die links-intellektuelle Popmusik ist stärker medialisiert“, sagt Pop-Experte Kleiner, der Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der SRH Hochschule der populären Künste in Berlin ist. „Die rechte Popmusik wird stärker stigmatisiert, aber weniger differenziert analysiert.“
In den Medien landet rechte Musik etwa, wenn die NPD auf Schulhöfen CDs verteilt. Musik könne durchaus den Weg in eine bestimmte Gesinnung ebnen, sagt Pop-Experte Kleiner. „Wenn die Musik stimmt, wenn die Instrumente und der Gesang stimmen, dann singt man mit – und vergisst dabei die Parolen und akzeptiert sie, ohne wirklich nachzudenken.“ Musikalisch gute Musik könne Menschen von Inhalten überzeugen, ohne sie rational überzeugen zu müssen.
(…)
Marcus Kleiner wundert das nicht: Die Großparteien verstünden sich nicht gut darauf, ihren Wahlkampf musikalisch zu unterstützen, sagt er. „Es ist meistens prätentiös bis lächerlich und nicht überzeugend.“

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