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Juni 2013

Ausstellung – Konzertfotografie „Papierkorb entleeren. Der Ausbruch aus dem Gewohnten“

13. – 17. August 2008
affair c/o pop, Köln

© Photographien: Jens Oellermann
[Vgl. Arbeit – Performance]

„Papierkorb entleeren – der Ausbruch aus dem Gewohnten. Im Fokus der Arbeit steht die Bildredaktion anhand von Konzertfotografie. Als Fotograf habe ich zu dieser Sparte seit siebzehn Jahren eine enge Bindung; seit geraumer Zeit arbeite ich zudem als Bildredakteur. Während der ersten drei Lieder eines Konzerts erlaubt mir der Veranstalter, im begrenzten Raum zwischen Bühne und Publikum unter den vorgegebenen Lichtbedingungen zu fotografieren. So mache ich mich auf die Suche nach dem perfekten Schuss. Bilder, die unter diesen freilich sehr eingeschränkten Arbeitsbedingungen entstehen, zeichnen im Optimalfall alle professionellen Kriterien aus: Licht, Bildaufbau, Perspektive, Figur-Grundverhältnis, Einstellungsgröße, Anschnitt und Raum. Neben gestalterischen Merkmalen geht es aber vor allem auch um die Visualisierung von Musik(machenden) – durch Aktion, Emotion und Atmosphäre. Auch die anderen inhaltlichen Aspekte wirken sich entscheidend auf das Ergebnis aus, wie die Persönlichkeit des Künstlers und der zu ihm – beziehungsweise seiner Performance – passende Moment der Aufnahme. Daraus ergibt sich, dass ein Bild in einem Punkt überdurchschnittlich stark sein kann, anderen Kriterien des Marktes aber nicht entspricht und wertlos erscheint, aussortiert wird. Analog zum Computer-Befehl „Papierkorb entleeren“ steht der Titel meiner Arbeit Synonym für das Entleeren analoger Bilder über einen Leuchttisch, um sie neu zu editieren. Im praktischen Teil der Arbeit war meine Maßgabe weder zu retuschieren noch zu beschneiden. Die Aufnahmen invertieren die herkömmlichen Sehgewohnheiten und definieren eine neue Sichtweise auf das Ab-Bild eines Konzertes.“ (Jens Oellermann)

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Ausstellung – Werbefotografie „Look at me! I’m sexy! Werbefotografie im Popjournalismus“

16. – 18. August 2007
affair c/o pop, Köln
© Photographien: Julia Holtkoetter; Eric Mirbach; Jens Pussel; Angela Raab; Lisa Ridder; Jacob Skorupa

Diesseits einer zu stark konkretisierenden Definitionswollust hinsichtlich der Felder Pop, Werbung und Fotografie, werden an einem konkreten Gegenstandsbereich spezifische Erkenntnisse zur Popkultur, hier fokussiert auf den Zusammenhang von Popjournalismus und Werbefotografie, vermittelt. Darüber hinaus das Funktionieren der Popkultur als Bildkultur, medial eigenlogisch vorgeführt und den im Popjournalismus dominanten subjektiven Zugang zur Popkultur in Szene gesetzt. Ebenso die hiermit verbundenen Grenzen, die die Anforderungen einer professionellen Werbefotografie festlegen. Ziel ist es, jeweils eine 4-teilige Werbekampagne zu konzipieren, entwickeln und produzieren, die ein innerhalb der Popkultur typisches und verbreitetes Produkt bewirbt. Die Popmagazine Spex, Intro und Visions stellen hierbei die zentralen Bezugspunkte der Analysen, Diskussionen und Konzeptionen dar.

[Vgl. Arbeit – Performance]

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DVD
Aber hier Leben, Nein Danke!

Aber hier Leben, Nein Danke! Psychogeographien der Endlichkeit und Einsamkeit in Wong Kar-Wais Film Chungking Express. Ein filmischer Essay, Dortmund 2007.
[Interaktive Video-DVD, Sprache: Deutsch, Bildformat: 16:9, Laufzeit: 35. Minuten] [Idee, Konzept, Text, Sprecher, Akteur, Technische Realisation: Marcus S. Kleiner. Technische Realisation: Michael Stingl und Alex Jentz. Cover-Layout: Dipl.Des. Suna Pfeif]

Chungking Express ist ein Film des chinesischen Regisseurs Wong Kar-Wai, mit dem er 1994 seinen internationalen Durchbruch erzielte. Als Episodenfilm setzt er sich in zwei Geschichten mit dem Verlust von Liebe und dem individuellen Umgang mit diesem Verlust auseinander. Chungking Express führt den Zuschauer hinein in die Kampfzone Intimität und die Fatalität zwischenmenschlicher Interaktionsrituale. Gerahmt wird dies einerseits durch ein dominierendes Klima der Flüchtigkeit, Kälte, Endlichkeit und Einsamkeit aller Handlungen, Situationen sowie Orte. Andererseits durch die Akteure, die als Gefühlsmonaden inszeniert werden und letztlich in existentiellen Einsprachen verharren. Die Metropole Hongkong dient als Schauplatz und ist, wie die Kampfzone Intimität, ein undurchdringbarer Chaoskosmos, der vorwiegend über assoziative Stimmungsbilder dargestellt wird, denen ins Leere laufende Subjektivitätsmuster korrespondieren.

Wissenschaftlichen Medienanalysen mangelt es zumeist an gegenstandsorientierter Medialität. Mit Medien und durch Medien über Medien zu sprechen, also Medienkompetenz zu demonstrieren, müsste hingegen das Erkenntnisinteresse bestimmen, Medien zu verstehen sowie zu kritisieren und die Produktion von Medienwissen anleiten. Die Analysen des Films Chungking Express von Wong Kar-Wai wird daher als filmischer Essay präsentiert, der die Ästhetik, den Rhythmus und die Stimmung der Filme aufgreift, um einen eigensinnigen Interpretationsraum zu eröffnen. Dies mit dem Ziel, eine Bildstörung, eine kurzzeitige Verschiebung der Wahrnehmung im Feld der wissenschaftlichen Filmanalysen zu bewirken, um allererst den Blick auf alternative Filmblicke zu ermöglichen. Der filmische Essay liefert eine filmsoziologische Analyse der vier Leitthemen des Films: den Verlust von Liebe, die daraus resultierende Trauerarbeit, den Versuch, neue Beziehungen aufzubauen, und die Austauschbarkeit von Intimpartnern.

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DVD
Das Andere im Globalen Dorf. Ein Manifest für Aliens. Dokumentarfilm, Duisburg 2002.

Das Andere im Globalen Dorf. Ein Manifest für Aliens. Dokumentarfilm, Duisburg 2002.
[medienLABORduisburg. Video-DVD, Sprache: Deutsch, Bildformat: 16:9, Laufzeit: 30. Minuten. Zus. m. Norbert von Ackeren, Wolfgang von Ackeren, Bernd Kalus, Marvin Chlada]

Das Bild von fremden Kulturen war immer abhängig von Wahrnehmungen und der eigenen Textkultur. Vom „edlen Wilden“ bis zur Übernahme orientalischer Märchen kann der Eurozentrismus vom Logozentrismus nicht getrennt werden. Thema von Das Andere im globalen Dorf ist die Wahrnehmung des Fremden in der Informationsgesellschaft. Die These vom „globalen Dorf“ unterstellt Netzwerke, Begegnungen, Toleranz. Doch bereits der Zugang zur neuen Technologie erfordert ein Wissen, dass nicht allen gleichermaßen zugänglich ist, ganz zu schweigen von einer Art „Generationen-Konflikt“ im Kampf um die digitalisierten Arbeitsplätze. Das (ursprüngliche) „Dorf“ ist keineswegs eine Idylle. Und vom Tratsch bis zum offenen Rassismus kehrt in seiner „globalisierten“ Variante das Provinzielle wieder.
In einer Kombination von Text, Ton und Bild folgen wir in einer Performance der These McLuhans, dass der Inhalt eines Mediums immer ein anderes Medium ist. Darüber hinaus soll gezeigt werden, in wie weit die neuen Medien binären Optionen (Eigenes/Fremdes) verhaftet bleiben und diese allein durch ihr Auftreten/Aufkommen auf einer technisch hochentwickelten Stufe re-kultivieren. Dargestellt werden die Mechanismen der Ausschlusssysteme innerhalb des globalen Dorfes und die Funktion des Anderen/Fremden an Hand von Beispielen aus Wissenschaft (Ethnologie), Kunst und populärer Kultur.

1. Das Andere im globalen Dorf.
Eine Reise durch die McLuhan-Galaxis

2. Geburtshilfe Biopolitik.

Der Tod, der Horror und die Alien-Nation

3. Kultur – Macht – Fleisch.

Das Gesicht und das Tier

4. Sportsgeist und Weltmeisterschaft.

5. Strafen und Überwachen
Gefängnisse als Arbeitgeber

CD
Klangmaschine/Soundmachine, Mille Plateaux 2002.

Klangmaschine (translates as Soundmachine) is the companion CD that compliments the book of the same title written by Marvin Chlada & Marcus S. Keiner. Klangmaschine attempts to demonstrate that the entire history of the so-called popcultural subversion is to be written in a totally new way. Sound vs. Pop? Since popculture has become the ideology of the 21st century, there have been countless attempts to subdivide the phenomenon pop in a discursive way. What is talked about, when is pop discussed? Chlada & Kleiner answer in a scandalous way: About a zombie! The artists featured on this compilation are some of electronic music’s finest players. From Twerk’s intricate techno meddlings to Taylor Deupree’s microscopic sounds, these artists reflect on the ideology that these theorist’s rationalize in the book. The main thesis of this CD is to imply that pop is dead. Here’s to the pure sounds of tomorrow.

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Hörspiel
Diskurs – Ende – Leben. Ein Textmedley (Marvin Chlada, Marcus S. Kleiner, Stephan Maus)

Dieses Hörspiel wurde von WDR 3 (Reihe: Pop Drei) produziert und am 16.12.2002 gesendet (54. Minuten).

Theorieverdichtung vs. Lovestory. Deleuze und Baudrillard vs. Nina und Thanh. Überbau vs. Unterleib. Klangmaschine vs. Mafia. Was passiert, wenn man eine Gangsta-Rhapsodie von Stephan Maus mit einem Philosophie-Sampler von Marvin Chlada und Marcus S. Kleiner kreuzt?
Man nehme: Die rasante Geschichte von Nina, die sich zwischen zwei Männern und im Konflikt zwischen Oberflächenspannung und Lebenshunger den Zentrifugalkräften ergibt. Dazu gebe man die respektlose Theorie-Kompilation, die Liebe und Krieg, Klang und Pop in soziologische Strichcodes übersetzt. Ein weiterer Versuch, „Löcher in die Sprache zu bohren, um das zu sehen oder zu hören, was dahinter hockt“ (Gilles Deleuze über Samuel Beckett).
Das Ergebnis: Teilchenbeschleunigung. Und die Erkenntnis, dass selbst Banales durchdrungen ist.

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Cover Ausgabe 1, 2 & 3 Rock and Pop in the Movies. Journal zur Analyse von Rock- und Popmusikfilmen

Was mit Elvis’ Hüftschwung in den 1950er Jahren begann, wuchs mit der Beatlemania der 60er Jahre zum Massenphänomen der Rock- und Popkultur: auch im Kino. Die Fab Four rund um Lennon und McCartney aus Liverpool erfanden quasi nebenbei auch noch den Musikclip, und seit der gleichnamigen Dokumentation über das Hippiefestival Woodstock muss man nicht mehr bei einem Konzert anwesend sein, um seine Intensität spüren zu können. Popstars wie Mick Jagger, David Bowie und Madonna schufen sich ganz eigene Images im Film. Aber auch Atmosphären und Milieus der Popkultur prägen die Bildwelt des Kinos. Subkulturen wie Disco, Punk, Gothic, Hiphop und Techno geben Lebensmodelle vor, die von Drehbuchautoren und Regisseuren sehr häufig dankbar aufgenommen werden.
Neben der Schallplatte und dem Radio wurde der Film eines der Schlüsselmedien der Rock- und Popmusik und steht so in engem Zusammenhang mit der seitdem so wichtigen Eingrenzung der
populären Kultur auf den Bereich der Pop-Kultur, die sich vom zunächst musikzentrierten Begriff der Popmusik und deren Auswirkungen her definiert. Filme wurden daher ebenso zur Ausdrucksform von Pop- und Rockmusik (etwa in den Elvis-Filmen der 1950er Jahre) wie seit dem New Hollywood-Kino (z.B. EASY RIDER, 1969, von Dennis Hopper) Pop und Rockmusik zum festen Bestandteil vieler Soundtracks geworden ist.
Das Medium Film hat somit Anteil an einer Form von kultureller und sozialer Verbindung und Kommunikation, die für die Popkultur als gesellschaftliche Praxis konstitutiv ist. Eine Analyse von Pop- und Rockkultur kommt daher nicht ohne die Berücksichtigung des Mediums Film aus, was genauso auch umgekehrt gilt. Unter Pop verstehen wir nicht nur eine spezifische Form ästhetischer Praxis, sondern vor allem einen weit gefassten musikzentrierten Traditionsbegriff, der sich genetisch vom Rock’n’Roll herleiten lässt. Hiervon ausgehend kann Pop als offenes Feld bzw. als spezifische kulturelle Formation beschrieben werden, in der es u. a. um Musik, Mode, Sexualität, Jugend, Filme, Medien, Ideologien, alltägliche Kämpfe um Deutungsmacht, politische
Partizipation, den Ausdruck spezifischer Ausdrucksinteressen und vor allem auch um die Hervorbringung von symbolisch fundierten Szenen, Subkulturen, Stilistiken und Lebensformen ging oder geht. Rock and Pop in the Movies, dessen erste Ausgabe das hier vorliegende Werk ist, ist das erste internationale Periodikum, dass sich der essayistischen Analyse von Rock- und Popmusik im Film widmet: von den 1950er Jahren bis zur Gegenwart, fokussiert auf alle Spielarten der Rock- und Popmusik, interkulturell ausgerichtet und mit Blick auf nichtfiktionale
und fiktionale Filme. Ein Schwerpunkt wird auf der Vielfalt dokumentarischer Repräsentationen musikalischer Performances und Akteure liegen – im gesamten Feld der unterschiedlichen Arten und Stile dessen, was man oft als Rock und Pop in eine Zusammenschau zwingt. Es wird um die Kartographierung der Formen gehen, in denen sich das so vielgestaltige Phänomen des Pop in filmischen Formen artikuliert; auch die Arbeit an einer ästhetischen Theorie des Rock-Pop-Komplexes wird Bestandteil dieses Journals sein; und es wird auch um eine Kritik unseres Gegenstandes gehen, der so selbstverständlich auch Teil des ökonomischen und politischen Systems ist.

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 1, 2 & 3

www.rockpopmovies.de

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Marcus S. Kleiner (Reihenherausgeber) (2014f.) Serienkultur. Analyse internationaler Fernsehserien von den 1950ern bis zur Gegenwart

Text folgt noch!

Marcus S. Kleiner (2015), Untergangskulissen. Gesellschaft auf der Flucht – ›The Walking Dead‹ und ›Dead Set‹, Wiesbaden.

Zombie-Filme sind ein populäres Subgenre des Horrorfilms. Der „Horrorfilm“ ist, wie Marcus Stiglegger betont, ein „Genre aus dem Bereich des phantastischen Films, das durch die Stimulation von Urängsten im Zuschauer Angstgefühle erzeugen will.“
Angst ist ein Erkenntnismedium. Nach Martin Heidegger (Sein und Zeit) ist die Angst eine Befindlichkeit, d.h. das Sichbefinden des Menschen, die in ihm herrschende Gestimmtheit, aus der sich ergibt, wie und was er im gegebenen Augenblick fühlen, denken und wollen kann. In der Angst wird das Dasein, Heideggers Begriff für Mensch(sein), durch sein eigenes Sein vor sich selbst gebracht wird. Die Angst vereinzelt das Dasein und erschließt es so als Möglichsein, als Freisein für die Freiheit des Sichselbstwählens und -ergreifens. Es geht in der Angst um die Welt, die als Nichts erfahren wird bzw. um das „Nichtigwerden aller innerweltlichen Bezüge“. Die in der Angst erfahrene Abgründigkeit und Unbedeutsamkeit des In-der-Welt-seins erzeugt Unheimlichkeit, im Sinne des Nicht-zuhause-seins. „In der Angst ist einem unheimlich“, d.h. hier ist kein Wohnen-bei, kein Sein-bei, also keine Weltlichkeit.
Nach Jean-Paul Sartre (Das Sein und das Nichts) ängstige ich mich in der Angst vor mir selber, vor meinem eigenen, infolge meiner Freiheit unterdeterminierten, unvorhersehbaren Verhaltensweisen.
In Zombie-Filmen und -Serien geht es wesentlich um radikale filmische Gesellschaftsanalysen, die sich unter anderem im Spannungsfeld von Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit, Grenzen und Grenzüberschreitungen, Freiheit und Determination, Normalität und Anormalität, das Menschliche und das Monströse, Gesellschaft und Gemeinschaft, Realität und Utopie vollziehen.
Diese Spannungsfelder adressieren allesamt letztlich die Frage nach dem sozialen Band von Gesellschaften. Diese Frage wird in Zombie-Filmen und -Serien aus apokalyptischer und postapokalyptischer Perspektive behandelt. Dieser Band untersucht am Beispiel der US-amerikanischen TV-Serie THE WALKING DEAD und der britischen TV-Serie DEAD SET die Performativität und Performance von Sozialität und Humanität in Anbetracht der (Post-)Apokalypse, also nach dem Untergang von Sozialität und Humanität. Vom inszenierten Ende der Welt aus, verkörpert durch die ästhetische Figur des Zombies (Untoten) und seinem Hunger auf Menschenfleisch, also auf das Leben, das ihm genommen wurde, an dem er Virus-bedingt zugrunde gegangen ist, das er post-apokalyptisch aber durch seine Existenz bestimmt, werden einerseits die Substanzialität gesellschaftlicher Werte und Normen, andererseits das soziale Band von Gemeinschaften, hier hinsichtlich der kleinen Gruppe von Überlebenden, ihren Interaktionen, ihrem Überlebenskampf, ohne zu wissen, zu welchem Zweck, und ihrer Sinnsuche, problematisiert – dies unter der Leitperspektive von Grenze und Grenzsituation. Nach der Zerstörung der Außenwelt droht ihnen auch die Zerstörung ihrer Innenwelt, eine Umwertung aller Werte, an der sie zu scheitern drohen.
Im Band wird die performative Produktion, (Re)Konstruktion und Dekonstruktion von Sozialität und Humanität analysiert, in einer Welt, in der traditionelle Formen von Sozialität und Humanität nicht mehr existieren bzw. riskant geworden sind – die Analyse erfolgt anhand eines Modells strukturaler Kultur- und Medienbildung. Im Zentrum stehen hierbei Unschärfen, Verunsicherungen und Transformationen.
„They’re us“, wie George A. Romero in DAY OF THE DEAD (USA 1985) seine Zuschauer wissen lässt – Leben und Tod, Zivilisation und Barbarei sind nicht von einander zu trennen.

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Marcus S. Kleiner (Hrsg.) (2014) I Want To Believe. Spekulative Erkenntnisprozesse in Populären Medienkulturen, Bielefeld.

Eine im Kontext von Science Fiction und Mystery immer wieder gestellte Frage lautet: „Was wäre, wenn…?“ Die Auseinandersetzung mit den Grenzen und den Grenzüberschreitungen vernünftigen Verstehens und Verständnisses beziehungsweise einer (hegemonial) rationalen Ordnung der Dinge ist ein wesentlicher Bestandteil von phantastisch-spekulativen Erzählungen in populären Medienkulturen sowie der erzählerischen (Re-)Konstruktion von wissenschaftlich-technischen Erfindungen. Hierbei wird das Spekulative spektakulär bzw. zum Spektakel, das einen thrill des Spekulierens und am Spekulieren offenbart, wodurch das Populär-Spekulative in Medienkulturen, deren Bilderinventare und Themenrepertoires, strukturell koppelbar und vergleichend diskutierbar wird mit anderen Formen von Spekulationen sowie deren Medialisierungen, etwa denen der Ökonomie. Medialisierte, populärkulturelle Wissensproduktionen entfalten sich häufig im unaufgelösten Spannungsfeld von Wissen und Glauben, Realität und Simulation, Natürlichem und Übernatürlichen, Mensch und Maschine. Sie bleiben grundlegend spekulativ.
I WANT TO BELIEVE! untersucht an den verschiedenen populärkulturellen Feldern – u.a. Film, Fernsehserie, Popmusik und Internet –, wie spekulative Wissensproduktionen sowie Wissensirritationen in audiovisuellen Medienkulturen einerseits inszeniert und diskutiert werden, wie sie sich medial, technisch, gesellschaftlich und kulturell auswirken. Andererseits wie sie (sich) selbst wiederum unterlaufen (werden) durch eine spekulative Rationalisierung des (vermeintlich) Irrationalen, die das Phantastische und Mysteriöse (auch) rational erklärbar erscheinen lassen.
Hierbei erzeugen die populärkulturellen Medienkulturen Science Fiction und Mystery zugleich eine „Fiktionshäresie“ (Renate Lachmann), in dem sie mit den Regeln spielen, die eine Kultur für ihre Fiktionen und Fiktionsdiskurse geltend macht und dabei Normen mimetischer Konventionen außer Kraft setzt.


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Marcus S. Kleiner, Holger Schulze (Hrsg.) (2013) Sabotage! Pop als die Internationale Dysfunktionale, Bielefeld.

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Funktionalität wird sabotiert! Dieses Buch untersucht an sieben populär- und popkulturellen Feldern, wie Sabotage entsteht, wie sie sich medial, technisch, gesellschaftlich, kulturell und politisch auswirkt – und wie sie selbst wiederum unterlaufen wird – durch Gegensabotage. Die Beiträge zeigen: Sabotage und Gegensabotage, Dysfunktionalisierung und Refunktionalisierung sind seit dem Entstehen Populärer Kulturen im 19. Jahrhundert und von Popkulturen ab Mitte der 1950er Jahre gleichsam Motor und Narkotikum ihrer Formierungen und Fortschreibungen. Der Band unternimmt eine (Medien-)Geschichtsschreibung des Pop und des Populären anhand dieser Fokussierung, die bislang nicht im Blick der Populärkulturforschungen lag.
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Inhalt - Sabotage! Pop als die Internationale Dysfunktionale, Bielefeld.

Marcus S. Kleiner, Thomas Wilke (Hrsg.) (2013) Performativität und Medialität Populärer Kulturen. Theorien, Ästhetiken, Praktiken, Wiesbaden.

Marcus S. Kleiner, Thomas Wilke (Hrsg.) (2013) Performativität und Medialität Populärer Kulturen. Theorien, Ästhetiken, Praktiken, Wiesbaden.

Die Bedeutung von Populären Kulturen sowie von Popkulturen kann nicht ohne einen Bezug auf Performativität und Medialität begriffen werden. Mit diesem Bezug bilden sich zugleich Kulturen des Performativen und Medialen heraus. Dieses Thema ist bisher im Kontext der Forschungen zur Performativität von Kulturen nicht systematisch erforscht worden. Vor diesem Hintergrund geht es um die Beantwortung der Frage, inwieweit sich in Populären Kulturen sowie Popkulturen Aspekte, Prozesse, Transformationen, Manifestationen von Medialität und/oder Performativität niederschlagen, beobachten und beschreiben lassen, wie Populäre Kulturen sowie Popkulturen mitformen bzw. allererst durch Erscheinungen Populärer Kulturen sowie Popkulturen eine spezifische Bedeutung erhalten. Die Aufgabe besteht darin, nicht einfach bereits etablierte Konzepte zur Performativität und Medialität in ihrer Tragkraft am Beispiel Populärer Kulturen und Popkulturen zu veranschaulichen, sondern im Gegenteil, gegenstandsorientierte Konzepte von Performativität und Medialität durch ein sowie Popkulturen close reading Populärer Kulturen zu erarbeiten – interdisziplinär und intermedial.

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